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JTL-Plan&Produce: Entwickler im Interview
Marc Völker Marc

Product Owner JTL-Plan&Produce

Veröffentlicht am: 30. März 2023

Da hängt der Hammer! Entwickler-Interview zu JTL-Plan&Produce

Mit dem Release von JTL-Wawi 1.7 veröffentlichten wir auch unsere Produktionslösung JTL-Plan&Produce. Dabei konnten wir Euch zwar einen Überblick über die wichtigsten Features, Vorteile und Kernfunktionen geben, doch bei solch einer komplexen Lösung wurde schnell klar: Es ist noch längst nicht alles gesagt! Deswegen haben wir uns den zuständigen Product Owner Marc geschnappt, um mit ihm über die Highlights von JTL-Plan&Produce zu sprechen. Im Interview gewährt er uns außerdem einen Blick hinter die Kulissen der Entwicklung.

Hi Marc, Du und Dein Team seid jetzt sicherlich stolz, dass Ihr mit dem Stable Release auch „stabil“ seid?

Definitiv! Wir haben schließlich drei Jahre an der Lösung gearbeitet und nun einen großen Meilenstein erreicht. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Von vielen Kunden haben wir gutes Feedback bekommen.

Deine Vorteile mit JTL-Plan&Produce auf einen Blick

Bitte stelle JTL-Plan&Produce einmal kurz vor.

JTL-Plan&Produce ist speziell für Händler entwickelt, die in der Produktion und Fertigung tätig sind. Mit der Lösung können sie sämtliche Prozesse, die zur Herstellung und Veredelung von Waren notwendig sind, planen und durchführen. Es besteht aus dem Modul „Produktion“ in JTL-Wawi und dem externen Assistenzsystem JTL-Workbench.

Während man mit JTL-Plan&Produce alle erforderlichen Fertigungsschritte festlegt und definiert, ist JTL-Workbench ein „Helfer an der Werkbank“. Anleitungen, visuelle Hilfen oder andere wichtige Infos zur Produktion, die man zuvor in JTL-Plan&Produce angelegt hat, werden Fertigungsmitarbeitern während der Produktion durch JTL-Workbench ausgespielt. Vom „Look & Feel“ her ist das Assistenzsystem ähnlich aufgebaut wie unsere Lagerlösung JTL-WMS. Sie ist speziell für die Arbeit in Produktionsstätten ausgerichtet, wo es bei der Bedienung häufig schnell gehen muss.

Welche Fertigungsarten sind mit dem Produktionstool möglich?

Wir bieten mit dem Assistenzsystem JTL-Workbench drei verschiedene Fertigungsarten an, die sowohl für die Serien- als auch Individualproduktion geeignet sind. Die erste Fertigungsart ist die Ad-hoc-Produktion, bei der ohne Vorplanung produziert wird und Herstellungsschritte, Mengen oder Losgrößen direkt beim „Werkeln“ festgelegt werden.

Die zweite Fertigungsart ist die Dispositionsproduktion, bei der genau die Menge produziert wird, die man benötigt. Wer zum Beispiel genau weiß, wie viele T-Shirts in einer Saison verkauft werden, kann diese wunderbar vorproduzieren.

Die dritte Fertigungsart ist die auftragsbezogene Produktion, die ideal ist, wenn ein bestimmter Artikel zu einem genauen Zeitpunkt fertiggestellt werden muss. Alle Aspekte der Produktion sind bei diesem Verfahren vorgeplant und werden durch Daten aus dem jeweiligen Fertigungsauftrag festgelegt.

Was ist das Besondere an der Lösung?

Ich kenne kein Produktionstool auf dem Markt, das so flexibel und skalierbar ist. Vom kleinen Gewürzhersteller bis hin zur Autofabrik kann JTL-Plan&Produce von jedem eingesetzt werden. Wenn ein Unternehmen schnell wächst, braucht man sich nicht gleich auf die Suche nach einer neuen Anwendung zu machen.

Die Tatsache, dass die Lösung ein Modul innerhalb von JTL-Wawi ist, bietet Händlern außerdem den Vorteil, dass sie neben den Herstellungsverfahren auch andere Prozesse ihres Tagesgeschäfts, wie Ein- und Verkauf oder Lager und Versand, nicht aus den Augen verlieren. Mit JTL-Wawi als „Schaltzentrale“ haben sie einen ganzheitlichen Blick auf ihren Handel.

Wie hat das Projekt angefangen?

Die Idee zu JTL-Plan&Produce ergab sich aus einer Fragestellung, die auf den ersten Blick nicht viel mit Produktion zu tun hat: Wie können Händler wettbewerbsfähig bleiben, wenn durch immer globaler werdende Strukturen der Preisdruck steigt? Eine Antwort war für uns: Indem sie durch Eigenproduktion individuelle und hochwertige Ware anbieten, die sie von der Konkurrenz abhebt. Diesen Gedanken haben wir dann weitergesponnen und gefragt, welchen Beitrag wir als Softwareentwickler leisten können, um unsere Kunden hier zu unterstützen.

Welche Hürden musstet Ihr bei der Entwicklung meistern?

Wir wollten ein Tool entwickeln, mit dem man eine Vielzahl von Artikeln herstellen kann. Immerhin kommen unsere Nutzer aus den unterschiedlichsten Branchen. Natürlich hat ein Unternehmen, das beispielsweise Brot herstellt, ganz andere Anforderungen als eines, das T-Shirts bedruckt. Dennoch mussten wir beides in einer Software unterbringen.

Wie seid Ihr an diese Herausforderung rangegangen?

Hier hat uns die enge Zusammenarbeit mit unseren Pilotkunden sehr geholfen. Glücklicherweise konnten wir mit ihnen einen engen Austausch pflegen und JTL-Plan&Produce schon sehr früh in der Praxis testen, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht. Wie geht man mit MHD- und Chargen-Artikeln um? Welche Unterschiede gibt es zwischen Serien- und Individualproduktion zu beachten? All diese Fragen hatten wir für uns zwar in der Theorie bereits beantwortet, die wirklichen Lösungen konnten wir uns aber erst durch die Erfahrungen aus den Praxistests erarbeiten. Dafür sind wir unseren Pilotkunden sehr dankbar!

Marc Völker

Früher bekamen wir häufig Kundenanfragen von produzierenden und veredelnden Unternehmen, die ihre Herstellung in JTL-Wawi abbilden wollten. Für solche Prozesse mussten wir komplexe Workarounds suchen. Das ist mit JTL-Plan&Produce jetzt anders.

Marc Völker, Product Owner JTL-Plan&Produce

Auf welches Feature bist Du besonders stolz?

Wir haben viel Arbeit in die touch-optimierte Benutzeroberfläche investiert, aber das hat sich wirklich gelohnt. Durch sie geht die Fertigungsarbeit mit dem Assistenztool reibungslos von der Hand.

Das Handling bei der MHD- und Chargenproduktion ist aus meiner Sicht ebenfalls sehr gelungen. Wir mussten sicherstellen, dass man aus dem entstehenden Produkt jederzeit Rückschlüsse auf die eingesetzten Artikel und damit verbundenen Lieferantenbestellungen ziehen kann. Deswegen haben wir spezielle Dialoge entwickelt, die erfragen, ob das zu produzierende Produkt ein MHD oder Chargen erhalten soll, sobald einer der verwendeten Artikel in der Stückliste diese Informationen enthält.

JTL-Workbench: Lagerplatzauswahl
In JTL-Workbench gibt es auch praktische Lagerfunktionen

Keine Produktionsstätte funktioniert ohne Lager. Erläutere uns doch bitte kurz, wie in JTL-Plan&Produce Lagerprozesse abgebildet werden.

Lager und Produktion sind logischerweise in jedem fertigendem oder veredelndem Unternehmen eng miteinander verknüpft. Deswegen gibt es in JTL-Workbench zum Beispiel eine Lagerplatzübersicht, damit man jederzeit sehen kann, wo sich was befindet.

Händler, die unsere Lagerlösung JTL-WMS nutzen, profitieren von besonders smarten Features. Sie können zum Beispiel mit dem Nachschubauftrag direkt über JTL-Workbench Fertigungsmaterial bestellen, wenn sie merken, dass der Bestand knapp wird. Mit EAN128-Barcode-Scans finden Produktionsmitarbeiter außerdem schnell heraus, wo sich der Lagerplatz eines bestimmten Artikels befindet.

Blockly in JTL-Plan&Produce
Der visuelle Code-Editor Blockly

Was habt Ihr als Nächstes mit JTL-Plan&Produce vor?

Als Nächstes nehmen wir die Individualisierbarkeit der Software in den Fokus. Wir möchten sicherstellen, dass unsere Nutzer die Möglichkeit haben, die Software nach ihren Anforderungen zu erweitern. Die intensive Zusammenarbeit mit unseren Pilotkunden hat gezeigt, dass am Ende des Tages jede „Werkbank“ anders ist. Unsere JTL-Servicepartner sollen deshalb in der Lage sein, neue Funktionen durch Plugins bereitzustellen, ähnlich wie bei unserem Shopsystem JTL-Shop. Mit einem Schulungsprogramm sollen sie sich außerdem für eine entsprechende Zertifizierung qualifizieren können.

Auch die Automatisierung bleibt ein großes Thema. Wir werden daran arbeiten, Blockly, einen visuellen Code-Editor, zu implementieren. Er ermöglicht es, Automatisierungsprozesse in JTL-Workbench ohne Programmierkenntnisse anzustoßen.

Da habt Ihr ja wirklich noch einiges vor! Dann ran an die Arbeit und vielen Dank für das Gespräch Marc.

Webinar-Tipp

Wollt Ihr mehr über die Einsatzmöglichkeiten von JTL-Plan&Produce erfahren oder habt konkrete Fragen zum Produktionstool? Dann freut Euch auf unser Webinar am 18.04.23 von 15:00 bis 16:00 Uhr mit Product Owner Marc Völker. Er gibt Euch u.a. eine Einführung in die Grundfunktionalitäten und verrät, worauf bei der Fertigung von MHD-Artikeln zu achten ist.



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