Mehrwertsteuersenkung – Einstellungen fristgerecht anpassen
Jan Weber Jan

Supportleitung Hürth

Mehrwertsteuersenkung zum 1.7.2020: Jetzt aktiv werden!

Die Bunderegierung hat im Rahmen eines umfassenden Konjunkturpakets beschlossen, die Mehrwertsteuersätze vom 1.7.–31.12.2020 temporär zu reduzieren: Die Mehrwertsteuer sinkt von 19 auf 16 Prozent, die ermäßigte Mehrwertsteuer von 7 auf 5 Prozent. Ziel des Konjunkturpakets ist es, der Wirtschaft einen Schub zu geben, die Kaufkraft zu stärken, Beschäftigung zu sichern und Deutschland ökologisch zu modernisieren.

Seit Bekanntgabe dieser Maßnahme erreichen uns kontinuierlich neue Anfragen von Händlern, die unsicher sind, wie sie die Änderung der Mehrwertsteuersätze in unserer Warenwirtschaft, unserem Kassensystem und unseren weiteren Software-Lösungen am besten umsetzen. Wir haben die wichtigsten Informationen für euch in diesem Blogbeitrag zusammengestellt.

Was bedeutet die Mehrwertsteuersenkung für Onlinehändler?

Als Händler solltet ihr sicherstellen, dass ihr zum 1.7. bei all euren Artikeln die neuen Mehrwertsteuersätze korrekt ausweist. Eine Übergangsfrist ist nach aktuellen Informationen nicht geplant. Solltet ihr es verpassen, die Steuersätze anzupassen, so müsst ihr weiterhin die höheren Steuersätze ans Finanzamt abführen. Denn hier gilt die Mehrwertsteuer, die ihr auf der Rechnung angegeben habt.

Was ist zu tun in JTL-Wawi & Co.?

Wir möchten euch bei dem komplexen Thema Mehrwertsteuersenkung bestmöglich unterstützen. Daher haben wir eine Taskforce mit Experten aus verschiedenen Fachabteilungen bei JTL zusammengestellt und gemeinsam analysiert, welche Arbeitsschritte bei der Anpassung der Steuersätze in unserer Software auf euch zukommen können.

Als Software-Unternehmen dürfen wir euch natürliche keine Rechts- bzw. Steuerberatung geben. Bitte stimmt eure Steuereinstellungen daher immer mit eurem Steuerberater ab. Nur so könnt ihr sichergehen, dass ihr alle Einstellungen auch für euren individuellen Fall korrekt gesetzt habt.

In welchen Lösungen von JTL können Änderungen anfallen?

Die zentralen Anpassungen fallen in der Warenwirtschaft JTL-Wawi an. Denn hier setzt ihr eure Steuereinstellungen, erstellt Rechnungen, Rechnungsvorlagen und Rechnungskorrekturen, exportiert Daten für DATEV und vieles mehr. Aber auch eure Verkaufskanäle müssen am 1.7. die reduzierten Mehrwertsteuersätze ausgeben. So können für euch außerdem Änderungen bei JTL-eazyAuction, JTL-Shop, JTL-Connector oder JTL-POS anfallen.

Video-FAQ mit euren Fragen zu JTL-Wawi

Unser Product Owner JTL-Wawi, Manuel Pietzsch, hat eure Fragen aus dem JTL-Forum gesammelt und gebündelt beantwortet. Um welche Fragen es geht, haben wir euch zur Übersicht einmal aufgelistet:

  • Wie ändere ich die Mehrwertsteuer in JTL-Wawi?
  • Wie behalte ich meine Bruttopreise?
  • Wie stelle ich sicher, dass meine DATEV-Buchungskonten korrekt sind?
  • Wie stelle ich die neuen Preise für JTL-POS um?
  • Muss ich meine Rechnungsvorlagen anpassen?
  • Wie stelle ich Aufträge um, die vor dem 1.7. gekauft, aber erst nach dem 1.7. eingelesen wurden?
  • Was passiert mit Rechnungen für Aufträge aus dem Juni, die ich erst im Juli erstelle?
  • Was passiert bei Rechnungskorrekturen im Folgemonat?
  • Wie muss ich meine Abonnements in JTL-Wawi anpassen?
  • Wie kann ich massenhaft die Mehrwertsteuer in Aufträgen ändern?
  • Wie kann ich die Mehrwertsteuersenkung an meine Kunden weitergeben, ohne alle Etiketten neu zu drucken?
  • Kann die Umstellung automatisch erfolgen?

Manuels Antworten seht ihr hier im Video-FAQ:

Weitere Fragen und Antworten ergänzt Manuel laufend in seinem Eröffnungsbeitrag im offiziellen Diskussionsthread zur Mehrwertsteuersenkung im JTL-Forum.

Update: Anpassungen in JTL-Wawi

Basierend auf eurem Feedback zu Manuels erstem Video, haben wir einige Anpassungen an unserer Warenwirtschaft vorgenommen. Die Änderungen erhaltet ihr mit JTL-Wawi 1.5.24.0 vom 25.6.2020. Die neuen Features stellt Manuel euch hier im Video vor:

  • Bruttopreise beibehalten ohne JTL-Ameise
  • Vereinfachter Import mit JTL-Ameise
  • Workflow zur Auftragsanpassung
  • Aufträge automatisch umstellen
  • Aufträge prüfen

Leitfaden mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen

Unser Team Dokumentation hat mit Unterstützung aus dem Support einen ausführlichen Leitfaden für euch erstellt. Dort könnt ihr nachlesen, wie ihr die notwendigen Einstellungen in JTL-Wawi, JTL-eazyAuction, JTL-Shop, JTL-Connector und JTL-POS setzt. Wir werden diesen Leitfaden kontinuierlich erweitern. Orientiert haben wir uns auch hier an Fragen aus unserer Community.

Einstellungen in der Warenwirtschaft

  1. Erstellt ein Backup eurer Datenbank: Folgt bitte der Anleitung im JTL-Guide.

  2. Deaktiviert den JTL-Worker (Menü Admin > Automatisierung: JTL-Worker > Häkchen bei “aktivieren für diesen Mandanten” entfernen > OK)

  3. Schließt das Programm JTL-Worker.

  4. Nehmt keine manuellen Abgleiche in JTL-Wawi vor, während ihr die Anpassungen für die Mehrwertsteuersenkung durchführt.

Schritt 1: Bruttopreise mit JTL-Ameise exportieren

  1. Öffnet in JTL-Ameise den Export und wählt unter “Export von” unter “Artikel” die Option “Artikeldaten”.

  1. Fügt im Bereich “Feld in Datenbank” im Abschnitt “ID-Spalten” das Feld “Artikelnummer” mit einem Doppelklick zur Liste “Diese Felder werden exportiert” hinzu.

  1. Fügt unter “Preise / Steuer” per Doppelklick das Feld “Std. VK Brutto” hinzu.

  2. Fügt nun alle weiteren für euch relevanten Bruttopreise aus den nachstehenden Abschnitten hinzu:

    • Wawi Kundengruppenpreise
    • Wawi Staffelpreise
    • Wawi Sonderpreise
    SONDERPREISE: Bei Sonderpreisen müsst ihr das Startdatum mit in die Exportliste aufnehmen, da ihr die Sonderpreise sonst nicht wieder importieren könnt.
    STAFFELPREISE: Bei Staffelpreise müsst ihr das Feld “Menge ab” mit in die Exportliste aufnehmen, da ihr die Staffelpreise sonst nicht wieder importieren könnt.

  3. Wenn ihr alle für euch relevanten Bruttopreise in die Exportliste übernommen habt, klickt auf “Export starten”.

  4. Es öffnet sich das Fenster “Exportvorgang – Mandant: (Ihr Mandantenname)”. Klickt erneut auf Export starten.

  5. Wählt den Speicherort für die Exportdatei und klickt auf “Speichern”.

  6. Wartet bis der Export erfolgreich ausgeführt wurde und kehrt über die Schaltfläche “Zurück” zu JTL-Ameise zurück.

Schritt 2: Kundenindividuelle Bruttopreise mit JTL-Ameise exportieren (falls vorhanden, wenn nicht, weiter mit Schritt 3)

  1. Wenn ihr mit kundenindividuellen Preisen arbeitet, wählt im linken Bereich “Export von” unter “Kunden” die Option “Kundenindividuelle Preise”.

  2. Übernehmt auch von dort alle relevanten Bruttopreise per Doppelklick und klickt auf “Export starten”.

  3. Es öffnet sich das Fenster “Exportvorgang – Mandant: (Ihr Mandantenname)”. Klickt erneut auf “Export starten”.

  4. Wählt den Speicherort für die Exportdatei und klickt auf “Speichern”.

  5. Wartet bis der Export erfolgreich ausgeführt wurde und kehrt über die Schaltfläche “Zurück” zu JTL-Ameise zurück.

Schritt 3: Steuersätze in JTL-Wawi ändern

  1. Öffnet in JTL-Wawi über das Menü “Admin > Steuern > Steuerverwaltung” das Dialogfenster “Steuerverwaltung”.

  2. Markiert links unter den Steuereinstellungen “Zone EU”.

  1. Öffnet mit einem Doppelklick auf den Eintrag “Normaler Steuersatz” die Einstellungen des Steuersatzes.

  1. Ändert im Feld “Steuersatz in %” den Steuersatz von 19 auf 16 und klickt auf “Speichern”.

  1. Öffnet per Doppelklick auf den Eintrag “Ermäßigter Steuersatz” die Einstellungen des Ermäßigten Steuersatzes.

  2. Ändert im Feld “Steuersatz in %” den Steuersatz von 7 auf 5 und klickt auf “Speichern”.

  3. Klickt im noch geöffneten Dialogfenster “Steuerverwaltung” auf “Speichern”, um die Änderungen zu übernehmen.

Schritt 4: Bruttopreise mit JTL-Ameise importieren

  1. Öffnet in JTL-Ameise den Import und wählt unter “Import von” unter “Artikel” die Option “Artikeldaten”.

  2. Wählt nun über die Schaltfläche “Auswählen” die zuvor exportierte Datei mit den Bruttopreisen aus und klickt auf “Öffnen”.

  3. Klickt in JTL-Ameise auf die Schaltfläche “Datei laden” oben links.

  4. Die Bruttopreise werden automatisch erkannt und zugeordnet.

  5. Wenn ihr Kundengruppenpreise verwendet, wählt nun die Registerkarte “Kundengruppenpreise” und ordnet die Preise dort manuell zu (ab JTL-Wawi-Version 1.5.24.0 kann JTL-Ameise Kundengruppenpreise automatisch zuordnen). Falls ihr keine Kundengruppenpreise verwendet, fahrt mit Punkt 9 fort.

  6. Um einen Kundengruppenpreis zuzuordnen, aktiviert per Doppelklick auf das hellrote Feld “nicht zugeordnet” das Drop-Down-Menü und öffnet dieses mit einem erneuten Rechtsklick.

  7. Markiert den Preis, der für die Kundengruppe auf der angegebenen Plattform übernommen werden soll.

  8. Ändert dann in der rechten Spalte den Wert “Netto” in “Brutto”. Aktiviert dazu wieder per Doppelklick das Drop-Down-Menü und öffnet es mit einem Rechtsklick.

  9. Wiederholt Punkt 6-8, bis ihr alle Kundengruppengruppenpreise zugeordnet habt.

  10. Wenn ihr Staffelpreise verwendet, wählt nun die Registerkarte “Staffelpreise” und ordnet dort die Preise manuell zu (ab JTL-Wawi-Version 1.5.24.0 kann JTL-Ameise Staffelpreise automatisch zuordnen). Wenn ihr keine Staffelpreise verwendet, fahrt mit Punkt 15 fort.

  11. Um einen Staffelpreis zuzuordnen, aktiviert per Doppelklick auf das hellrote Feld “nicht zugeordnet” das Drop-Down-Menü und öffnet dieses mit einem erneuten Rechtsklick.

  1. Markiert den Staffelpreis, der für die Kundengruppe auf der angegebenen Plattform übernommen werden soll.

  1. Ordnet jeweils die Spalte “Staffel (X) ab Menge” manuell zu.

  1. Ändert in der rechten Spalte den Wert “Netto” in “Brutto”. Aktiviert dazu wieder per Doppelklick das Drop-Down-Menü und öffnet es mit einem Rechtsklick.

  1. Wiederholt Punkt 11-13, bis ihr alle Staffelpreise zugeordnet habt.

    Eine ausführliche Anleitung zum Import von Staffelpreisen findet ihr im JTL-Guide unter Staffelpreise mit JTL-Ameise importieren.

  2. Klickt auf “Import starten”. Es öffnet sich das Dialogfenster “Importvorgang – Mandant (Ihr Mandantenname)”.

  3. Klickt auf “Importvorgang starten”. Die alten Bruttopreise werden importiert.

  4. Wartet bis der Export erfolgreich ausgeführt wurde und kehrt über die Schaltfläche “Zurück” zu JTL-Ameise zurück.

In JTL-Wawi werden nun die importierten Bruttopreise mit den entsprechend angepassten Nettopreisen in euren Artikeln angezeigt.

Schritt 5: Kundenindividuelle Bruttopreise mit JTL-Ameise importieren (falls vorhanden)

  1. Öffnet in JTL-Ameise den Import und wählt unter “Import von” unter “Kunden” die Option “Kundenindividuelle Preise”.

  2. Führt Punkt 1-4 und, falls Staffelpreise vorhanden, Punkt 10-17 aus Schritt 4 aus.

In JTL-Wawi werden nun die importierten kundenindividuellen Bruttopreise mit den entsprechend angepassten Nettopreisen in euren Artikeln angezeigt.

In diesem Fall müsst ihr die Mehrwertsteuer manuell in JTL-Wawi anpassen. Dazu richtet ihr euch einen Workflow ein, der dafür sorgt, dass diese Aufträge automatisch in den Status “Zurückgehalten” gesetzt werden. Optional könnt ihr euch dann noch per E-Mail über die betroffenen Aufträge informieren lassen, damit ihr nicht vergesst sie anzupassen.

Vorbereitung

Falls ihr noch nicht mit Workflows arbeitet, müsst ihr zunächst im Menü “Admin > Globale Einstellungen > Registerkarte: Debug” das Häkchen bei “Alle Workflows deaktivieren” im Fenster unten links entfernen.

Workflow anlegen

  1. Öffnet in JTL-Wawi über das Menü “Admin > Workflows” das Dialogfenster “Workflows anlegen/bearbeiten”.

  2. Wählt den Bereich “Aufträge” und markiert auf der linken Seite unter Aufträge “Erstellt”.

  1. Klickt auf die Schaltfläche “Workflow anlegen”

  1. Klickt auf “Neue Bedingung” und wählt aus dem nun sichtbaren Drop-Down-Menü als Bedingung “Datum/Jetzt” > “Größer gleich” > “Mittwoch, 1. Juli 2020”. Diese Bedingung prüft auf Aufträge, deren Kauf vor dem 01.07.2020 stattgefunden hat.

  1. Klickt erneut auf “Neue Bedingung” und wählt “Auftrag\Stammdaten\Erstelldatum” > “Kleiner als” > “Mittwoch, 1. Juli 2020”.

    Diese Bedingungen prüfen nun auf Aufträge, deren Kauf vor dem 01.07.2020 stattgefunden hat, die jedoch erst nach dem 01.07.2020 in JTL-Wawi erstellt wurden.

  1. Klickt nun im unteren Bereich auf “Neue Aktion” und wählt im Drop-Down-Menü “Zurückhalten/freigeben” und unter Vorgang “Prüfung notwendig”, damit die betroffenen Aufträge automatisch in den Status “Zurückgehalten” gesetzt werden.

  1. Optional: Fügt über “Neue Aktion” eine weitere Aktion hinzu und wählt im Drop-Down-Menü “E-Mail senden”. Gebt die E-Mail-Adresse des Mitarbeiters ein, der die Aufträge prüfen soll, und schreibt einen aussagekräftigen Betreff und Text dazu. Über das Punktemenü könnt ihr noch für eine schnellere Zuordnung die Variable für die Auftragsnummer hinzufügen. Sobald ein betroffener Auftrag durch den Workflow in den Status “Zurückgestellt” gesetzt wurde, wird der hinterlegte Empfänger per E-Mail darüber informiert.

  1. Klickt abschließend auf “Speichern”, um den Workflow zu aktivieren.

    Dank des Workflows werden die betroffenen Aufträge automatisch in den Status “Zurückgehalten” gesetzt und ihr oder einer eurer Mitarbeiter erhält eine E-Mail als Info. Ihr findet die Aufträge in der Auftragsübersicht im Bereich “Verkauf” im Ordner “Zurückgehalten” und könnt die Mehrwertsteuer dort für jeden Auftrag manuell anpassen.

Eine Änderung der Rechnung ist nach GoBD nicht möglich, daher muss die Rechnung mit einer Rechnungskorrektur ausgebucht werden.

Folgt dabei der Anleitung im JTL-Guide: Rechnungskorrektur anlegen

Anschließend könnt ihr einen neuen Auftrag mit korrekten Mehrwertsteuersätzen erstellen und die Rechnung neu ausstellen.

Ausgangslage: Ihr habt eure Steuersätze bereits an die gesenkte Mehrwersteuer angepasst. Nach dem 1.7. möchtet ihr nachträglich einen Buchungsdatenexport mit JTL-Ameise für den Zeitraum bis Ende Juni 2020 durchführen. In diesem Fall müsst ihr eure Steuersätze für die Dauer des Exports wieder auf die standardmäßigen 19% bzw. 7% hochsetzen.

Schritt 1: Steuersätze in JTL-Wawi auf 19% bzw. 7% ändern

  1. Öffnet in JTL-Wawi über das Menü “Admin > Steuern > Steuerverwaltung” das Dialogfenster “Steuerverwaltung”.

  2. Markiert links unter den Steuereinstellungen “Zone EU”.

  3. Öffnet mit einem Doppelklick auf den Eintrag “Normaler Steuersatz” die Einstellungen des Steuersatzes.

  4. Ändert im Feld Steuersatz in % den Steuersatz von 16 auf 19 und klickt auf “Speichern”.

  5. Öffnet per Doppelklick auf den Eintrag “Ermäßigter Steuersatz” die Einstellungen des Ermäßigten Steuersatzes.

  6. Ändert im Feld Steuersatz in % den Steuersatz von 5 auf 7 und klickt auf “Speichern”.

  7. Klickt im noch geöffneten Dialogfenster “Steuerverwaltung” auf “Speichern”, um die Änderungen zu übernehmen.

Schritt 2: Buchungsdatenexport mit JTL-Ameise durchführen

  1. Wählt in JTL-Ameise euren gewohnten Buchungsdatenexport.

  2. Wählt im Rechnungsfilter die Einstellung “Rechnungsdatum beachten (SOLL)”.

  3. Setzt eure Einstellungen für den Buchungsdatenexport so, wie mit eurem Steuerberater vereinbart.

  4. Führt den Export durch.

Schritt 3: Steuersätze in JTL-Wawi auf 16% bzw. 5% ändern

  1. Öffnet in JTL-Wawi über das Menü “Admin > Steuern > Steuerverwaltung” das Dialogfenster “Steuerverwaltung”.

  2. Markiert links unter den Steuereinstellungen “Zone EU”.

  3. Öffnet mit einem Doppelklick auf den Eintrag “Normaler Steuersatz” die Einstellungen des Steuersatzes.

  4. Ändert im Feld Steuersatz in % den Steuersatz von 19 auf 16 und klickt auf “Speichern”.

  5. Öffnet per Doppelklick auf den Eintrag “Ermäßigter Steuersatz” die Einstellungen des Ermäßigten Steuersatzes.

  6. Ändert im Feld Steuersatz in % den Steuersatz von 7 auf 5 und klickt auf “Speichern”.

  7. Klickt im noch geöffneten Dialogfenster “Steuerverwaltung” auf “Speichern”, um die Änderungen zu übernehmen.

Ausgangslage: Ihr exportiert eure Buchungsdaten gemäß Ist-Versteuerung. Euer Ziel ist es, korrekt abzubilden, wenn Rechnungen vor dem 1.7. erstellt wurden und der Zahlungseingang erst nach dem 1.7. erfolgt ist. Damit der Buchungsdatenexport für die neuen gesenkten Steuersätze von 16% und 5% sowie die bisherigen Steuersätze von 19% und 7% funktioniert, müsst ihr die alten und neuen Steuersätze in der Steuerverwaltung von JTL-Wawi hinterlegen.

Schritt 1: Neue Steuerschlüssel 16% und 5% anlegen

  1. Öffnet das Dialogfenster “Steuerschlüssel” über das Menü “Admin > Steuern > Steuerschlüssel”.

  2. Klickt auf “Hinzufügen”, um einen neuen Steuerschlüssel für “Umsatzsteuer 16%” zu erzeugen. Gebt die Details zu diesem Steuerschlüssel ein.

  3. Klickt auf “Hinzufügen”, um einen neuen Steuerschlüssel für “Umsatzsteuer 5%” zu erzeugen. Gebt die Details zu diesem Steuerschlüssel ein.

  4. Klickt auf “Speichern”.

Schritt 2: Steuersätze und Steuerschlüssel für 16% und 5% in der Steuerverwaltung zuordnen

  1. Öffnet im Menü “Admin” den Punkt “Steuern > Steuerverwaltung”. Es öffnet sich das Dialogfenster “Steuerverwaltung”.

  2. Wählt unter “Steuereinstellungen” den Punkt “Zone-EU” aus.

  3. Öffnet per Doppelklick die Steuerklasse “Normaler Steuersatz”. Es öffnet sich das Dialogfenster “Steuersätze und Steuerschlüssel für Steuerklasse Normaler Steuersatz in Steuerzone Zone-EU definieren”.

  4. Senkt bei “Steuersatz in %” den Wert von 19 auf 16.

  5. Ersetzt bei “Steuerschlüssel” den Eintrag “Umsatzsteuer 19%” durch “Umsatzsteuer 16%”.

  6. Klickt auf “Speichern”.

  7. Öffnet per Doppelklick die Steuerklasse “Ermäßigter Steuersatz”. Es öffnet sich das Dialogfenster “Steuersätze und Steuerschlüssel für Steuerklasse Ermäßigter Steuersatz in Steuerzone Zone-EU definieren”.

  8. Senkt bei “Steuersatz in %” den Wert von 7 auf 5.

  9. Ersetzt bei “Steuerschlüssel” den Eintrag “Umsatzsteuer 7%” durch “Umsatzsteuer 5%”.

  10. Klickt auf “Speichern”.

  11. Schließt die Steuerverwaltung, indem ihr auf “Speichern” klickt.

Schritt 3: Neue Steuerklassen für den Übergang anlegen

  1. Öffnet im Menü “Admin” den Punkt “Steuern > Steuerklassen”. Es öffnet sich das Dialogfenster “Steuerklassen anlegen/bearbeiten”.

  2. Klickt auf “Anlegen”. Legt den Übergangssteuersatz für 19% MwSt. an und gebt einen passenden Namen ein, indem ihr auf die Bezeichnung doppelklickt.

  3. Wählt unter “Typ” die Einstellung “Keine Typisierung” aus.

  4. Wiederholt Punkt 2 und 3 für den Übergangssteuersatz für 7% MwSt.

  5. Schließt das Dialogfenster über die Schaltfläche “Speichern”. Die neuen Steuerklassen stehen euch nun zur Verfügung.

Schritt 4: Steuersätze und Steuerschlüssel für die Übergangssteuerklassen in der Steuerverwaltung zuordnen

  1. Öffnet im Menü “Admin” den Punkt “Steuern > Steuerverwaltung”. Es öffnet sich das Dialogfenster “Steuerverwaltung”.

  2. Wählt unter “Steuereinstellungen” den Punkt “Zone-EU” aus.

  3. Klickt im Bereich “Steuersätze und Steuerschlüssel für ausgewählte Steuerzone” auf “Hinzufügen”.

  4. Wählt euren Übergangssteuersatz für 19% MwSt. aus und klickt auf “Speichern”.

  5. Es öffnet sich das Dialogfenster “Steuersätze und Steuerschlüssel für Steuerklasse in Steuerzone Zone-EU definieren”.

  6. Tragt bei “Steuersatz in %” den Wert 19 ein.

  7. Wählt bei “Steuerschlüssel” den Eintrag “Umsatzsteuer 19%” aus.

  8. Klickt auf “Speichern”.

  9. Klickt im Bereich “Steuersätze und Steuerschlüssel für ausgewählte Steuerzone” erneut auf “Hinzufügen”.

  10. Wählt euren Übergangssteuersatz für 7% MwSt. aus und klickt auf “Speichern”.

  11. Es öffnet sich das Dialogfenster “Steuersätze und Steuerschlüssel für Steuerklasse in Steuerzone Zone-EU definieren”.

  12. Tragt bei “Steuersatz in %” den Wert 7 ein.

  13. Wählt bei “Steuerschlüssel” den Eintrag “Umsatzsteuer 7%” aus.

  14. Klickt auf “Speichern”.

  15. Schließt die Steuerverwaltung, indem ihr auf “Speichern” klickt.

Schritt 5: Buchungsdatenexport mit JTL-Ameise durchführen

  1. Wählt in JTL-Ameise euren gewohnten Buchungsdatenexport.

  2. Wählt im Rechnungsfilter die Einstellung “Zahlungsdatum beachten (IST)”.

  3. Setzt eure Einstellungen für den Buchungsdatenexport so, wie mit eurem Steuerberater vereinbart.

  4. Führt den Export durch.

Nach Ende der Steuersenkung am 1.1.2021 könnt ihr die Steuerklassen für den Übergang wieder entfernen und euren Normalen Steuersatz und euren Ermäßigten Steuersatz wieder auf 19% bzw. 7% hochsetzen.

  1. Markiert in der Artikelübersicht alle Artikel, deren Preise geglättet werden sollen.

  1. Öffnet mit einem Linksklick das Kontextmenü und wählt “Preise kalkulieren”. Es öffnet sich das Dialogfenster “Preise kalkulieren/anpassen”.

  1. Öffnet die Registerkarte “Preisglättung”.

  1. Nehmt die entsprechenden Einstellungen für eure Preise vor.

  1. Klickt auf die Schaltfläche “Kalkulationsvorschau”, um eure Anpassungen zu überprüfen.

  1. Wenn alle Einstellungen richtig sind, klickt auf “Speichern”, um die Preise gemäß eurer Einstellungen zu glätten.

  1. Aktiviert den JTL-Worker (Menü Admin > Automatisierung: JTL-Worker > Häkchen bei “aktivieren für diesen Mandanten” setzen > OK).

  2. Ihr könnt nach Abschluss eurer Anpassungen für die Mehrwertsteuersenkung auch wieder manuelle Abgleiche durchführen.

Einstellungen für die Verkaufskanäle

Die Preise bei Amazon und eBay werden nicht automatisch geändert, wenn der Steuersatz umgestellt wird. Ihr könnt die Preise für Amazon und eBay mit JTL-Ameise anpassen.

Preise bei Amazon mit JTL-Ameise anpassen

Schritt 1: Preise exportieren

  1. Öffnet in JTL-Ameise den Dialog “Export”.

  2. Wählt unter “Export von” den Eintrag “Amazon-Angebotsupdate”.

  3. Wählt unter “Feld in Datenbank” per Doppelklick mindestens die Felder “Marktplatz”, “Konto”, “Amazon SKU” und “Preis Neu”.

  4. Klickt auf “Export starten”.

Schritt 2: Preise kalkulieren

  1. Öffnet die exportierte Datei mit einem Kalkulationsprogramm und kalkuliert eure neuen Preise in der Spalte „Preis Neu“.

Schritt 3: Preise importieren

  1. Öffnet in JTL-Ameise den Dialog “Import”.

  2. Wählt unter “Import von” den Eintrag “Amazon-Angebote ändern”.

  3. Überprüft, ob die Spalten “Marktplatz”, “Konto”, „Amazon SKU“ und „Preis Neu“ automatisch zugeordnet wurden, und nehmt ggf. die Zuordnung manuell vor.

  4. Klickt auf “Import starten”.

Schritt 4: Amazon-Abgleich durchführen

  1. Startet in JTL-Wawi den Amazon-Abgleich, um die neuen Preise an Amazon zu übertragen.

Weitere Informationen erhaltet ihr im JTL-Guide: Amazon-Angebote mit JTL-Ameise bearbeiten

Preise bei eBay mit JTL-Ameise anpassen

Schritt 1: Preise exportieren

  1. Öffnet in JTL-Ameise den Dialog “Export”.

  2. Wählt unter “Export von” den Eintrag “eBay-Angebotsupdate”.

  3. Wählt unter “Feld in Datenbank” per Doppelklick mindestens die Felder “Angebots ID” und “Kaufpreis”.

  4. Nur wenn ihr mit Variationskombinationen (Varkombis) arbeitet: Wählt unter “Feld in Datenbank” zusätzlich die Felder “Zugeordnete Varkombi Artikelnummer” und “Varkombi Preis”.

  5. Nur wenn ihr mit Variationskombinationen (Varkombis) arbeitet: Wählt im Drop-Down-Menü “Weitere Exportdaten” den Eintrag “Variationsdaten”.

  6. Klickt auf “Export starten”.

Schritt 2: Preise kalkulieren

  1. Öffnet die exportierte Datei mit einem Kalkulationsprogramm und kalkuliert eure Preise in den Spalten „Kaufpreis” und ggf. “Varkombi Preis”.

Schritt 3: Preise importieren

  1. Öffnet in JTL-Ameise den Dialog “Import”.

  2. Wählt unter “Import von” den Eintrag “eBay-Angebote ändern”.

  3. Überprüft, ob die Spalten “Angebots ID”, “Kaufpreis” und bei Nutzung von Varkombis auch die Spalten “Zugeordnete Varkombi Artikelnummer” und “Varkombi Preis” automatisch zugeordnet wurden, und nehmt ggf. die Zuordnung manuell vor.

  4. Klickt auf “Import starten”.

Schritt 4: eBay-Abgleich durchführen

  1. Startet in JTL-Wawi den eBay-Abgleich, um die neuen Preise an eBay zu übertragen.

Die Mehrwertsteuersenkung hat keine Auswirkungen auf Amazon. Der Steuersatz wird bei Auftragserstellung herangezogen, dementsprechend sind die Netto-Preise automatisch höher. Wenn ihr die Mehrwertsteuersenkung an eure Kunden weitergeben möchtet, dann könnt ihr die Amazon-Preise über JTL-Ameise aktualisieren.

Bitte beachtet, dass bei Amazon Business die Preise der B2B-Kundengruppe gelten.

Wie ihr dabei vorgeht, lest ihr in der Anleitung Preise bei Amazon mit JTL-Ameise anpassen.

Steuersätze und Preise im JTL-Shop werden über JTL-Wawi gesteuert. Das simple Ändern der Steuersätze ist jedoch nicht ausreichend.

Im Folgenden zeigen wir euch drei Methoden, wie ihr vorgehen könnt, um Steuersätze im JTL-Shop bestmöglich anzupassen.

Methode 1: Standardvorgehen

Geeignet und empfohlen für: JTL-Shops aller Versionen, deren Abgleich aller Artikel (keine Kategorien, Bilder etc.) in für euch akzeptabler Zeit durchlaufen wird.

  1. Stoppt den Abgleich.

  2. Passt die Steuersätze in JTL-Wawi an (und ggf. Artikelpreise, wenn ihr die Bruttopreise behalten wollt).

  3. Setzt in den Komplettabgleich-Einstellungen den Haken bei Globale Daten und Artikel.

  4. Aktiviert den Wartungsmodus im JTL-Shop spätestens jetzt bzw. zur Stichzeit.

  5. Führt zur Sicherheit eine JTL-Shop Datenbanksicherung durch bzw. lasst sie durchführen (Siehe auch unseren Guidebeitrag dazu. Hostingkunden bei JTL können sich in diesem an Schritt 2, Möglichkeit 2 halten).

  6. Startet den Abgleich.

  7. Wartet das Abgleichende ab.

  8. Prüft die Artikel (und leert ggf. den Artikel-Cache).

  9. Beendet den Wartungsmodus.

Optionale Methode 2: Direkt über die JTL-Shop Datenbank

Geeignet für: JTL-Shops aller Versionen, deren Abgleich aller Artikel (keine Kategorien, Bilder etc.) für euch eine zu lange Downtime bedeuten würde. Berücksichtige Steuersätze: 19% → 16% und 7% → 5%

WICHTIG: Nur geeignet für JTL-Shops mit Standard-Steuereinstellungen (steuerlicher Hauptsitz in Deutschland).

WICHTIG: Es werden Artikel-, Staffel- und Sonderpreise für alle Kundengruppen (die keine Nettopreisanzeige aktiviert haben) berücksichtigt. NICHT berücksichtigt werden zwei Sonderfälle:

  • Abweichende Konfiguratorpreise: Nutzt ihr kostenpflichtige Konfigurator-Komponenten, die nicht mit Artikeln verknüpft sind oder auch verknüpfte Komponenten mit abweichenden Artikelpreisen, werden diese vom Snippet nicht angepasst. Nachdem ihr die Preise via Ameise geändert habt, werden diese über die Globalen Daten (Onlineshop > Komplettabgleich-Einstellungen Spalte “Globale Daten”) abgeglichen. Das sollte relativ schnell gehen.
  • Aufpreise für die alten Variationen (Variationskombinationen sind normale Artikelpreise und damit berücksichtigt)
  1. Stoppt den Abgleich.

  2. Passt die Steuersätze in JTL-Wawi an (und ggf. Artikelpreise, wenn ihr die Bruttopreise behalten wollt; QuickSync bei JTL-Ameise nutzen!).

  3. Aktiviert den Wartungsmodus im JTL-Shop spätestens jetzt bzw. zur Stichzeit.

  4. Führt zur Sicherheit eine JTL-Shop Datenbanksicherung durch bzw. lasst sie durchführen (Siehe auch unseren Guidebeitrag dazu. Hostingkunden bei JTL können sich in diesem Fall an Schritt 2, Möglichkeit 2 halten).

  5. Setzt die SQL-Befehle aus folgendem Snippet direkt in der JTL-Shop Datenbank ab. (Empfehlung: Befehle direkt über die Konsole absetzen.)
    WICHTIG: Alles ab Zeile 9 im Snippet nur, wenn ihr die Bruttopreise behalten wollt.
    Hinweis: Alle Kundengruppen, bei denen in JTL-Wawi die Nettopreisanzeige aktiviert ist, bekommen hiermit keine angepassten Nettopreise! – https://gitlab.com/jtl-software/jtl-shop/core/snippets/1983556

  6. Startet den Abgleich. (Wenn ihr in JTL-Wawi keine Preise angepasst habt, sollte der Abgleich nur wenige Sekunden dauern.)

  7. Prüft die Artikel (und leert ggf. den Artikel-Cache).

  8. Beendet den Wartungsmodus.

  9. Falls ihr in JTL-Wawi Preise angepasst hattet, lasst den Abgleich in Ruhe durchlaufen, während der Shop schon fertig ist.

Optionale Methode 3: Wir stellen ein kleines Plugin zur Verfügung – JTL USt-Changer

Geeignet für: JTL-Shops (nur Version 4.06.x und PHP-Version mindestens 7.0), deren Abgleich aller Artikel (keine Kategorien, Bilder etc.) für euch eine zu lange Downtime bedeuten würde.

WICHTIG: Nur geeignet für JTL-Shop’s mit Standard-Steuereinstellungen (steuerlicher Hauptsitz in Deutschland)

WICHTIG: Es werden Artikel-, Staffel- und Sonderpreise für alle Kundengruppen (die keine Nettopreisanzeige aktiviert haben) berücksichtigt. NICHT berücksichtigt werden zwei Sonderfälle:

  • Abweichende Konfiguratorpreise: Nutzt ihr kostenpflichtige Konfigurator-Komponenten, die nicht mit Artikeln verknüpft sind oder auch verknüpfte Komponenten mit abweichenden Artikelpreisen, werden diese vom Plugin nicht angepasst. Nachdem ihr die Preise via Ameise geändert habt, werden diese über die Globalen Daten (Onlineshop > Komplettabgleich-Einstellungen Spalte “Globale Daten”) abgeglichen. Das sollte relativ schnell gehen.
  • Aufpreise für die alten Variationen (Variationskombinationen sind normale Artikelpreise und damit berücksichtigt)

Hinweis: Falls ihr die Bruttopreise beibehalten möchtet, ist das mit dem Plugin möglich, aber alle Kundengruppen, bei denen in JTL-Wawi die Nettopreisanzeige aktiviert ist, bekommen mit dem Plugin keine angepassten Nettopreise!

  1. Vorbereitung: Ladet das Plugin herunter und installiert es im JTL-Shop, führt aber noch nichts durch.

  2. Stoppt den Abgleich.

  3. Passt die Steuersätze in JTL-Wawi an (und ggf. Artikelpreise, wenn ihr die Bruttopreise behalten wollt; QuickSync bei JTL-Ameise nutzen!)

  4. Aktiviert den Wartungsmodus im JTL-Shop spätestens jetzt bzw. zur Stichzeit.

  5. Führt zur Sicherheit eine JTL-Shop Datenbanksicherung durch bzw. lasst sie durchführen (Siehe auch unseren Guidebeitrag dazu. Hostingkunden bei JTL können sich hier an Schritt 2, Möglichkeit 2 halten.)

  6. Führt im Plugin die entsprechenden Änderungen für alle eure betroffenen Steuersätze durch:

    Tragt dazu nacheinander für alle genutzten und betroffenen Steuersätze bei “Alte Ust” die alte und bei “Neue Ust” die neue ein ohne %-Zeichen (Option “Bruttopreise behalten” natürlich nur benutzen, wenn ihr auch eure Preise in JTL-Wawi entsprechend angepasst habt! Hinweis bzgl. Nettopreisanzeige beachten!) und klickt auf “Update durchführen” (Button nur funktional, wenn Wartungsmodus aktiv ist).

  7. Startet den Abgleich. (Wenn Ihr in JTL-Wawi keine Preise angepasst habt, sollte der Abgleich nur wenige Sekunden dauern.)

  8. Prüft die Artikel (und leert ggf. den Artikel-Cache).

  9. Beendet den Wartungsmodus.

  10. Falls ihr in JTL-Wawi Preise angepasst hattet, lasst den Abgleich in Ruhe durchlaufen, während der Shop schon fertig ist.

Artikel-Cache leeren:

Cache leeren im JTL-Shop

Und wie kehre ich das Ganze bei Jahreswende wieder um?

Das Vorgehen ist exakt das gleiche, nur mit umgedrehten Prozentwerten.

Für Methode 2 haben wir ein angepasstes seperates Snippet: https://gitlab.com/jtl-software/jtl-shop/core/snippets/1987972

Für Methode 3 müsst ihr einfach nur entsprechend Alte und Neue Ust im Plugin umdrehen. (WICHTIG: Beim Umdrehen muss die “Bruttopreise beibehalten”-Option genau so eingestellt sein, wie bei der ursprünglichen Änderung; außer ihr habt euch später umentschieden und z.B. via JTL-Ameise alle Preise nachträglich geändert.)

Wir empfehlen euch, für alle Texte in eurem Onlinehop (AGB, Artikelbeschreibungen etc.) zu prüfen, ob irgendwo die Mehrwertsteuersätze mit Prozentangaben hinterlegt sind.

Schritt 1: Steuersatz im JTL-Kundencenter anpassen

  1. Meldet euch im JTL-Kundencenter an.

  1. Öffnet unter Lizenzen > JTL-Connector die Einstellungen für Shopify

  1. Ändert im Feld “Mehrwertsteuersätze kommasepariert” die Steuersätze.

  1. Klickt auf die Schaltfläche “Verbindung testen/Lizenz aktivieren”.

Schritt 2: Steuersätze in JTL-Wawi ändern

Möglichkeit 1: Bruttopreise beibehalten

Führt die Schritte 1-5 aus “Frage 1 – Wie behalte ich meine Bruttopreise?” wie beschrieben aus.

Möglichkeit 2: Steuerersparnis an eure Kunden weitergeben:

In diesem Fall müsst ihr nur eure Steuersätze anpassen.

  1. Öffnet in JTL-Wawi über das Menü “Admin > Steuern > Steuerverwaltung” das Dialogfenster “Steuerverwaltung”.

  2. Markiert links unter den Steuereinstellungen “Zone EU”.

  1. Öffnet mit einem Doppelklick auf den Eintrag “Normaler Steuersatz” die Einstellungen des Steuersatzes.

  1. Ändert im Feld “Steuersatz in %” den Steuersatz von 19 in 16 und klickt auf “Speichern”.

  1. Öffnet per Doppelklick auf den Eintrag “Ermäßigter Steuersatz” die Einstellungen des Ermäßigten Steuersatzes.

  2. Ändert im Feld “Steuersatz in %” den Steuersatz von 7 auf 5 und klickt auf “Speichern”.

  3. Klickt im noch geöffneten Dialogfenster “Steuerverwaltung” auf “Speichern”, um die Änderungen zu übernehmen.

Die Nettopreise werden nun anhand der neuen Steuersätze berechnet.

Schritt 3: Steuersätze und Preise an den Connector-Onlineshop übertragen

Führt über den Onlineshopabgleich einen Komplettabgleich für eure Artikel aus (Menü Onlineshop > Komplettabgleich > Häkchen bei “Artikel” setzen).

Schritt 1: Steuersatz im Connector-Onlineshop anpassen

  1. Passt eure Steuersätze im Backend eures Onlineshops an.

  2. Öffnet in JTL-Wawi im Menü “Onlineshop > Onlineshopanbindung” das Dialogfenster “Übersicht Ihrer Onlineshops”.

  3. Markiert euren Onlineshop in der Liste und klickt auf die Schaltfläche “Bearbeiten”. Es öffnet sich das Dialogfenster “Onlineshop-Anbindung”.

  1. Klickt auf die Schaltfläche “Verbindung testen/Lizenz aktivieren”.

Schritt 2: Steuersätze in JTL-Wawi ändern

Möglichkeit 1: Bruttopreise beibehalten

Führt die Schritte 1-5 aus “Frage 1 – Wie behalte ich meine Bruttopreise?” wie beschrieben aus.

Möglichkeit 2: Steuerersparnis an eure Kunden weitergeben:

In diesem Fall müsst ihr nur eure Steuersätze anpassen.

  1. Öffnet in JTL-Wawi über das Menü “Admin > Steuern > Steuerverwaltung” das Dialogfenster “Steuerverwaltung”.

  2. Markiert links unter den Steuereinstellungen “Zone EU”.

  1. Öffnet mit einem Doppelklick auf den Eintrag “Normaler Steuersatz” die Einstellungen des Steuersatzes.

  1. Ändert im Feld “Steuersatz in %” den Steuersatz von 19 in 16 und klickt auf “Speichern”.

  1. Öffnet per Doppelklick auf den Eintrag “Ermäßigter Steuersatz” die Einstellungen des Ermäßigten Steuersatzes.

  2. Ändert im Feld “Steuersatz in %” den Steuersatz von 7 auf 5 und klickt auf “Speichern”.

  3. Klickt im noch geöffneten Dialogfenster “Steuerverwaltung” auf “Speichern”, um die Änderungen zu übernehmen.

Die Nettopreise werden nun anhand der neuen Steuersätze berechnet.

Schritt 3: Steuersätze und Preise an den Connector-Onlineshop übertragen

Führt über den Onlineshopabgleich einen Komplettabgleich für eure Artikel aus (Menü Onlineshop > Komplettabgleich > Häkchen bei “Artikel” setzen).

JTL-POS ERPConnected

Vorbereitung

  1. Erstellt ein Backup eurer Datenbank: https://guide.jtl-software.de/jtl-wawi/datenbank/datenbank-backup-erstellen/

  2. Erstellt ein Backup eurer JTL-POS-Datenbank: https://guide.jtl-software.de/jtl-pos/import-export/datenbank-sichern/

  3. Deaktiviert den JTL-Worker (Menü Admin > Automatisierung: JTL-Worker > Häkchen bei “aktivieren für diesen Mandanten” entfernen > OK).

  4. Schließt das Programm JTL-Worker.

  5. Schließt den JTL-POS-Server.

  6. Nehmt keine manuellen Abgleiche in JTL-Wawi vor, während ihr die Anpassungen für die Mehrwertsteuersenkung durchführt.

Wie ändere ich meine Steuersätze und behalte meine Bruttopreise bei?

  1. Führt die Schritte 1-5 aus “Frage 1 – Wie behalte ich meine Bruttopreise?” wie beschrieben aus.

In JTL-Wawi werden euch nun die importierten Bruttopreise mit den entsprechend angepassten Nettopreisen in den Artikeln angezeigt und mit dem nächsten Abgleich an JTL-POS übertragen.

Wie ändere ich meine Steuersätze und gebe die Steuerersparnis an meine Kunden weiter?

Schritt 1: Steuersätze in JTL-Wawi ändern

  1. Öffnet in JTL-Wawi über das Menü “Admin > Steuern > Steuerverwaltung” das Dialogfenster “Steuerverwaltung”.

  2. Markiert links unter den Steuereinstellungen “Zone EU”.

  1. Öffnet mit einem Doppelklick auf den Eintrag “Normaler Steuersatz” die Einstellungen des Steuersatzes.

  1. Ändert im Feld “Steuersatz in %” den Steuersatz von 19 in 16 und klickt auf “Speichern”.

  1. Öffnet per Doppelklick auf den Eintrag “Ermäßigter Steuersatz” die Einstellungen des Ermäßigten Steuersatzes.

  2. Ändert im Feld “Steuersatz in %” den Steuersatz von 7 auf 5 und klickt auf “Speichern”.

  3. Klickt im noch geöffneten Dialogfenster “Steuerverwaltung” auf “Speichern”, um die Änderungen zu übernehmen.

Die Nettopreise werden nun anhand der neuen Steuersätze berechnet.

Schritt 2: Preise für JTL-POS neu berechnen

Um die Preise gemäß des neuen Steuersatzes neu berechnen zu lassen, müsst ihr alle Artikel in JTL-POS einmal deaktivieren und wieder aktivieren.

  1. Öffnet den Bereich “Artikel” in JTL-Wawi.

  1. Falls ihr eure JTL-POS-Artikel in eigenen Kategorien oder in einer Wurzelkategorie verwaltet, könnt ihr diese Kategorie(n) für JTL-POS deaktivieren (Kategorie bearbeiten > Registerkarte “Allgemein” > Im Bereich “Onlineshops/JTL-POS” das Häkchen bei euren JTL-POS-Filiale(n) entfernen > Speichern).
    Wenn ihr eure Artikel einzeln für JTL-POS deaktivieren müsst, findet ihr die Einstellungen in den Artikelstammdaten in der Registerkarte “Onlineshops/JTL-POS”.

  1. Aktiviert euren POS-Server.

  2. Wartet den nächsten Abgleich ab. Eure Artikel müssen einmal alle aus JTL-POS verschwinden.

  3. Aktiviert dann eure Artikel/Kategorien wieder für JTL-POS (Speichern nicht vergessen!).

Mit dem nächsten Abgleich werden die Artikel mit den aktualisierten Preisen wieder an JTL-POS übertragen.

JTL-POS Standalone

Wie ändere ich meine Steuersätze?

In JTL-POS müsst ihr die Steuersätze unter “Einstellungen > Steuersätze” manuell ändern. In euren Artikeln werden die Steuersätze nach dem Speichern automatisch angepasst. Eure Bruttopreise ändern sich dadurch nicht. Falls ihr Datev verwendet, besprecht mit Eurem Steuerberater ggf. notwendige Änderungen an euren unter “Einstellungen > Steuersätze” hinterlegten Datev-Konten.

Wie behalte ich meine Bruttopreise bei?

Da JTL-POS auf Basis von Bruttopreisen arbeitet, bleiben eure Bruttopreise bestehen, auch wenn ihr eure Steuersätze wie oben beschrieben ändert.

Wie gebe ich die Steuerersparnis an meine Kunden weiter?

Wenn ihr die Steuerersparnis in Form von gesenkten Preisen an den Kunden weitergeben möchtet, müsst ihr nach der Änderung der Steuersätze eure Preise manuell anpassen. Am schnellsten geht dies über den CSV-Import/-Export. Wenn ihr nur sehr wenige Artikel habt, könnt ihr die Preise auch manuell anpassen. Um die Preise via CSV-Import/-Export zu ändern, geht ihr wie folgt vor:

  1. Exportiert zunächst eine CSV-Datei mit euren Artikeldaten (Menü Import/Export (CSV) >Datenexport Datenkategorie: Artikel > Ordner wählen > Datenexport starten).

  2. Öffnet die CSV-Datei und ändert in Spalte M (Tax Rate) die Steuersätze.

  3. Ändert in Spalte 0 (Price) euren Brutto-Preis.

  4. Achtung! In der exportierten CSV-Datei gibt es aktuell einen Bug! Bevor ihr die CSV-Datei wieder importiert, müsst ihr in Spalte X den Spaltennamen vor dem Import wie folgt ändern: “Blocked” → “Locked”. Anschließend speichert ihr die Datei. Wenn die Spalte weiterhin “Blocked” heißt, könnt ihr die Datei nicht importieren!

Achtung! Nehmt bitte keinerlei weitere Änderungen an den Spaltennamen oder deren Reihenfolge vor, da die Datei sonst nicht wieder importiert werden kann!

  1. Importiert eure Datei nun wieder in JTL-POS (Menü Import/Export (CSV) >Datenimport > Datenkategorie: Artikel > Ordner wählen > Datei wählen > Datenimport starten). Eure angepassten Preise werden in JTL-POS importiert.

JTL-POS Allgemein

Was passiert, wenn ein Kunde etwas vor der Umstellung kauft und nach der Umstellung zurück gibt?

Der Steuersatz zu dem der Kunde eingekauft hat ist fest im abgeschlossenen Bon hinterlegt. Änderungen an den Steuereinstellungen haben keinen Einfluss mehr auf abgeschlossene Bons. Wenn der Kunde also vor der Umstellung des Steuersatzes etwas zu 19 % Mehrwertsteuer gekauft hat und die Ware z. B. am 02.07. nach der Umstellung wieder zurück gibt, bekommt er auch die 19 % Mehrwertsteuer erstattet, auch wenn der Steuersatz in den Einstellungen geändert wurde.

Stellt eure Fragen im JTL-Forum

Wir stehen euch auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Sollten bei euch noch neue Fragen auftauchen, stellt diese bitte im JTL-Forum. Wir behalten den Thread zur Mehrwertsteuersenkung weiterhin im Auge und gehen dort auf eure Fragen ein.

Bei technischen Schwierigkeiten mit der Software unterstützt euch wie immer unser Support-Team. Erstellt in solchen Fällen einfach wie gewohnt ein Support-Ticket im JTL-Kundencenter.

Informationen zu möglichen Anpassungen in Partnersoftware

Viele von euch setzen die Software von JTL in Verbindung mit Lösungen unserer Partner ein. Damit ihr die Anpassungen des Steuersatzes systemübergreifend mit möglichst geringem Aufwand vornehmen könnt, sammeln wir hier Informationen, die wir von unseren Partnern erhalten haben.

Die folgende Linkliste werden wir kontinuierlich aktualisieren.

  • Dekodi: Dekodi hat diese Woche das neue Nexus-Release 20.6.1.0 veröffentlicht. Die ab dem 1.7.2020 geltenden Umsatzsteuerwerte werden damit automatisch aus JTL-Wawi übernommen. Weitere Informationen werden im Updatebuch von Dekodi zur Verfügung gestellt.

  • Deutsche Post DHL Group: Die Deutsche Post und DHL haben ihre im Rahmen der Steuersenkung angepassten Preise für Produkte und Leistungen in einer ausführlichen Broschüre zusammengestellt. Zusätzliche Informationen finden Kunden auf den Webseiten der Deutschen Post und von DHL.

  • JERA: Informationen von JERA erhaltet ihr in ihrem Blogbeitrag: Neue MWSt.-Sätze mit unseren Schnittstellen problemlos übertragen

  • Luwosoft: Welche Anpassungen auf Anwender der Kassensoftware LS-POS zukommen, hat Hersteller Luwosoft in einem Beitrag zusammengefasst: Mehrwertsteuersenkung 01.07.2020 – Was ist zu beachten?

  • Marcos Software: Was es bei Unicorn 2 zu beachten gilt, erfahrt ihr in zwei Beiträgen des Herstellers:

    Änderung des Umsatzsteuersatzes zum Konjunkturpaket bezüglich Covid-19 
    Was es in Hinsicht auf das Konjunkturpaket bei den Marktplätzen zu beachten gilt

  • PayPal: Als Bankdienstleistung fällt auf PayPal-Dienstleistungen in der EU keine Umsatzsteuer an. Bei den Transaktionen gibt der Händler via JTL-Wawi den Steuersatz vor. Auf Seiten von PayPal fallen daher keine Änderungen an.

  • Ratenkauf by easyCredit: Die einzige Anpassung für den Händler bei Ratenkauf by easyCredit sind deren Entgelte für die Transaktionen, hier zahlt der Händler dann keine 19%, sondern den reduzierten Satz. Aber das betrifft nur nachgelagert alle Abrechnungen mit dem Händler.

Dieser Beitrag ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung und soll euch lediglich eine erste Orientierung geben. Bei Unsicherheiten empfehlen wir euch, eine unabhängige Fachberatung in Anspruch zu nehmen, um die Einhaltung der geltenden Gesetze und Vorschriften sicherzustellen.