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10-5 = perfekter Produkttext

Beim Schreiben von Produkttexten kann ich doch nichts falsch machen, oder? Ein gutes Produktbild auswählen und ein paar kurze Informationen zum Artikel schreiben – fertig. Ganz so einfach ist es leider nicht! Wer im Netz verkaufen möchte, muss die Dos und Don´ts der Content-Erstellung kennen. Lies hier, was es mit der 10-5-Formel auf sich hat und überprüfe anhand dieser deine eigenen Produkttexte.

5 Fehler bei Produkttexten

Wenn Käufe ausbleiben, stimmt etwas nicht. Oft hängt das mit schlechten Produktbeschreibungen zusammen. Besonders im Onlinehandel sind diese ausschlaggebend für den Umsatz. Kunden möchten wissen, was sie kaufen. Sie möchten sich gut beraten und bestens informiert fühlen und das muss der Produkttext schaffen. Wir haben fünf absolute No-Gos für dich zusammengestellt und geben Tipps, wie du diese Fehler schnell beheben kannst.

Vermeide diese 5 Don´ts

Kein Text

Kaum zu glauben, aber wahr: Es gibt Händler, die ihre Produkte im Onlineshop nicht mit Beschreibungen versehen. Dort steht dann lediglich der Name des Produktes und ggf. noch die Lieferzeit. Dass der Warenkorb in solchen Shops leer bleibt, ist selbsterklärend. Zum einen finden Suchmaschinen den Artikel nicht, zum anderen erhält der Kunde keinerlei Informationen.

Herstellertext

Um deine potenziellen Kunden zu langweilen, stell die Produktbeschreibung des Herstellers ein. Dann ist zwar Text vorhanden – allerdings der gleiche, wie in 750 anderen Shops auch. Das ist nicht nur frustrierend für all diejenigen, die nähere Informationen suchen, sondern wird von Google & Co. als doppelter Inhalt (fachsprachlich: Duplicate Content) eingestuft und mit schlechter Reichweite abgestraft. Diesen Fehler findest du besonders häufig z.B. bei Büchern.

Füllwörter

Produktbeschreibungen werden gerne mit Füllwörtern gestreckt. Sinn macht das nicht; im Gegenteil. Füllwörter haben keinen Informationswert für den Kunden. Um die Qualität deiner Texte besser einzuschätzen, kannst du ein kostenloses Textanalysetool zu Rate ziehen, z.B. Wortliga.

Rechtschreib- und Grammatikfehler

Du bist dir in Sachen Rechtschreibung, Grammatik und Ausdrucksweise nicht ganz sicher? Dann lass deine Produkttexte von anderen schreiben oder Korrektur lesen. Fehler in Produkttexten werfen schnell ein schlechtes Licht auf den Shop und lassen ihn unseriös wirken. Natürlich kannst du auch hierfür ein Textanalysetool verwenden.

Aneinanderreihung von Fakten

Das bloße Aufzählen von Produktdaten ist fast so unattraktiv, wie Rechtschreibfehler. Besonders oft findet man solche Listen bei Produkten aus dem Elektronik-Sektor. Natürlich spielen die technischen Daten des Gerätes eine Rolle, keine Frage. Was Kunden zum Kauf bewegt, ist nur selten die Information, dass die Kamera mit einem DIGIC 7 Prozessor ausgestattet ist. Viel wichtiger sind Sätze wie: “Verpassen Sie nie mehr den richtigen Moment! Die XYZ-Kamera löst sekundengenau aus und fängt jeden Augenblick ein”.


10 Must-haves in guten Produkttexten

Der erste Schritt ist getan. Du kennst die fünf fatalsten Fehler und kannst sie, falls vorhanden, sofort korrigieren. Im zweiten Schritt erfährst du, welche zehn Dinge deine Produktbeschreibung unbedingt beinhalten sollte. Behalte beim Verfassen deiner Produkttexte eines immer im Hinterkopf: Die Besucher deines Onlineshops sollen in Ihrer Kaufabsicht bestärkt werden. Das Ziel deiner Produktseite ist es, zu verkaufen.

Verfasse deinen Produkttext nach diesen Dos

Sammle Zusatzinformationen zum Produkt

Bevor du mit dem Texten beginnst, solltest du gründlich recherchieren. Sammle so viele Informationen wie möglich zu deinem Produkt. So kannst du wertvolle Zusatzinfos mit in die Produktbeschreibung einbinden. Folgende Fragen können dir bei der Recherche behilflich sein:

  • Welcher Anbieter verkauft dieses oder ein ähnliches Produkt noch?
  • Welche anderen Begriffe werden bei der Suche nach dem Produkt noch verwendet?
  • Wer hat das meiste Interesse an dem Produkt?
  • Gibt es bereits Kundenmeinungen oder -bewertungen?
  • Welche Angaben macht der Hersteller selbst zu dem Produkt?
  • Welches Interesse verfolgen Käufer dieses Produkts?
  • Welche besonderen Eigenschaften hat es?

Wähle eine aussagekräftige Überschrift

Die Headline ist ausschlaggebend für den Erfolg. Sie muss ins Auge springen, den Nutzen und die Relevanz für den Kunden transportieren. Dabei darf sie gerne provokant sein, muss aber der Wahrheit entsprechen. Stell dir vor du möchtest dir eine Winterjacke kaufen, um endlich auch bei Minustemperaturen nicht mehr zu frieren. Du suchst im Netz also nach einer entsprechenden Jacke und findest unzählige Angebote mit Aufhängern, wie: “Daunenjacke mit Kapuze” oder “Wattierte Jacke”. Nicht besonders ansprechend. Was wäre, wenn du Überschriften wählst wie “Trägst du schon Jacke XY oder frierst du noch?” oder “Du kannst über Kälte lachen, wenn du Jacke XY trägst”. Sie werden dich mehr ansprechen, weil sie ein wenig provokant sind und den Nutzen aufgreifen, nach dem du suchst – nicht mehr zu frieren.

Verdeutliche den Nutzen

Deine Kunden suchen eine Lösung für ihr Problem – den Nutzen, den du bereits mit der Überschrift angepriesen hast, solltest du also in deinem Produkttext verstärkt beschreiben. Wenn wir bei dem Beispiel der Winterjacke bleiben, steht der Wärme-Faktor im Fokus. Überlege dir zudem, welchen Nutzen deine Käufer noch erwarten werden. Bei unserem Beispiel könnten dies Dinge sein, wie:

  • Wind- und Wasserabweisend
  • Kapuze mit Zugband
  • Hochstellbarer Kragen
  • Gefütterte Taschen für warme Hände

Arbeite die Vorteile deines Produktes für deine Kunden genau heraus. So fühlen sie sich verstanden und gut beraten. Ihre Kaufabsicht wird damit automatisch um ein vielfaches verstärkt.

Sprich deine exakte Zielgruppe an

Wen möchtest du erreichen und für wen ist dein Produkt eigentlich von Interesse? Um beim Verkauf den Nagel auf den Kopf zu treffen, ist die genaue Definition deiner Zielgruppe ein absolutes Muss. Darauf baut dein gesamtes Konzept auf. Überschriften, Texte, Farben, Bilder, Schriften etc. werden exakt auf diese Zielgruppe abgestimmt. Die Ansprache von Frauen zwischen 25-40 Jahren ist eine völlig andere als die von Männern 60+. Definiere also zuallererst genau deine Zielgruppe. Mit Hilfe von Google Analytics ist das kein Hexenwerk.

Kleiner Tipp: Zur Zielgruppensegmentierung sind auch die Statistiken auf Facebook oft sehr hilfreich.

Gewinne mit SEO mehr Reichweite

Um die Suchmaschinenoptimierung kommst du natürlich auch nicht herum. Besonders in deinen Produktbeschreibungen kannst du sie wunderbar nutzen, um deine Keywords zu platzieren und besser zu ranken. Damit der gewünschte Effekt eintritt, solltest du:

  • die wichtigsten Keywords kennen und in angemessener Häufigkeit im Text einbinden (Diese kannst du am besten mit einem Keyword Finder, z.B. https://app.kwfinder.com herausfinden.)
  • unterschiedliche Suchbegriffe verwenden
  • Long-Tail-Keywords nutzen (besonders um Nischen abzudecken)
  • Bilder mit Alt-Tags versehen
  • Meta-Daten bearbeiten

Schreibe im richtigen Stil

Produkttexte müssen gut verständlich sein und sollen das Kaufverlangen unterstreichen. Das schaffst du am besten mit:

  • kurzen, leicht begreifbaren Sätzen
  • umschreibenden Adjektiven
  • der Einbindung wichtiger Schlagwörter
  • fachkundigem Auftreten
  • der richtigen Tonalität, deiner Zielgruppe entsprechend
  • individuellen, lustigen, spannenden Geschichten (Storytelling) rund um dein Produkt, ohne werblichen Touch

Um das zu verdeutlichen, hier ein Beispiel: Stell dir vor du verkaufst Abendkleider. Du sprichst also Frauen an, die sich für einen besonderen Anlass ein elegantes Kleid kaufen möchten. Nun kannst du deinen Produkttext so formulieren: “Das Kleid XY ist ein langes Abendkleid mit Spitzenbesatz und mehrlagigem Chiffon-Rock.” Das ist funktional, keine Frage. Oder aber du schreibst Folgendes: “Erleben Sie einen unvergesslichen Abend und beweisen einmal mehr Stilgefühl. Die raffiniert eingearbeitete Spitze des langen Abendkleids XY verleiht Ihnen einen eleganten Touch. Der mehrlagige Chiffon-Rock umspielt zart Ihre Silhouette und lässt Ihre Weiblichkeit erstrahlen. Für jeden festlichen Anlass geeignet, wird Ihnen das Abendkleid XY einen bezaubernden Auftritt bescheren.”

Dieser Text regt die Phantasie deiner Kunden an. Automatisch erscheinen positiv geprägte Bilder in ihren Köpfen – und das ist der kleine Funke, der sie von Interessenten zu Käufern werden lässt.

Spare nicht an guten Bildern

Jeder Kunde möchte das Produkt sehen, bevor er es kauft. Zu einem Produkttext gehören qualitativ hochwertige Produktbilder: das eine funktioniert ohne das andere nicht! Verwende nur Bilder in guter Qualität, die dein Produkt aus verschiedenen Perspektiven oder während der Nutzung zeigen. Videos oder 360° Ansichten eignen sich natürlich auch wunderbar.

Setze auf Kundenbewertungen

Zufriedene Kunden sind kostenlose Influencer, wenn es um den Verkauf geht. Jeder Mensch ist beeinflussbar, auch deine Kunden. Ob bewusst oder unbewusst – die Bewertungen von Kunden, die das Produkt bereits gekauft haben, sind oft maßgebend. Nutze daher dieses Instrument, um Interessenten davon zu überzeugen, dass dein Produkt das richtige ist. Andere Kunden waren ja schließlich auch zufrieden.

Biete Hilfestellung durch FAQ

Besonders bei Produkten mit Erklärungsbedarf sind FAQ ein Must-have. Beantworte die Fragen deiner Kunden da, wo sie entstehen. Ohne, dass dein Kunde sich Umstände machen muss. Sammle dafür die häufigsten Fragen, die deine Kunden zu dem jeweiligen Produkt stellen. Diese kannst du dann samt Antwort präsent am Produkt platzieren. Du wirst sehen, dass es dir doppelten Gewinn bringt. Deine Kunden sind zufrieden und du hast viel weniger Anfragen.

Schaffe Übersichtlichkeit

Zu einem Produkt gehören viele Inhalte: Bilder, Produkttext, weiterführende Informationen, ggf. technische Daten, Up- und Cross-Selling-Produkte, Warenkorb, ggf. Wunsch- und Vergleichsliste, Zahlarten, usw. Nun gilt es, all diese Informationen übersichtlich anzuordnen. Auf der linken Seite die Bilder, rechts in gleicher Höhe die wichtigsten Infos zum Produkt, Preis und Warenkorb-Button.


Fazit

Gute Produkttexte zu schreiben ist kein Hexenwerk. Wenn man die richtige Formel anwendet, kann man seine Texte mit wenig Aufwand um einiges verbessern. Diese Aufmerksamkeit solltest du ihnen auf jeden Fall schenken – am Ende des Tages sind es deine Texte, die dir Reichweite bescheren und verkaufen! Überprüfe sie also am besten direkt anhand der soeben erlernten Formel und passe sie, wenn nötig, an. Die positive Auswirkung wirst du sicher bald erfahren.