Sebastian Denzin Sebastian Denzin

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SEO für JTL-Shop: Erste Tipps für Einsteiger

Nun steht er da. Der erste eigene JTL-Shop. Kategorieseiten sind angelegt und schon bald sollen die ersten Artikel über den neuen Webshop verkauft werden. Für ein kontinuierliches Wachstum sollen auch gezielte Suchmaschinenoptimierungen sorgen, die die Sichtbarkeit eures JTL-Shops und seiner Produkte deutlich erhöhen. In diesem Blogbeitrag zeigen wir euch, welche ersten wichtigen Vorkehrungen ihr bei der Einpflege eures Artikelsortiments unbedingt beachten solltet, um nicht nur für eure Besucher, sondern auch für die Suchmaschinen attraktiv zu sein.

Was will die Suchmaschine und warum ist sie wichtig für mich?

Schauen wir uns hierzu den Branchenriesen etwas genauer an: Das Geschäftsmodell von Google dreht sich größtenteils um die eigene Suchmaschine. Für Anfragen, die der Internetnutzer via Keywords der Suchmaschine mitteilt, möchte Google das jeweils beste Suchergebnis bereitstellen. Dieses Suchergebnis soll die größtmögliche Relevanz zur Suchanfrage haben. Mit jeder Suchanfrage offenbart der Suchmaschinennutzer eine spezifische Erwartung und verfolgt ein bestimmtes Ziel. Die Suchmaschine versucht diese Erwartung mit den Ergebnissen bestmöglich zu erfüllen. Gelingt dies, so wird der Nutzer die Suchmaschine auch in Zukunft weiter nutzen.

Neben Preissuchmaschinen, Suchmaschinenanzeigen oder auch Affiliateprogrammen ist die Suchmaschinenoptimierung eine weitere Möglichkeit, Besucher in den Shop zu leiten. Entsprechend gestaltete SEO-Maßnahmen können dabei bereits gezielt Nutzer mit einer Kaufabsicht ansprechen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Traffic, der über die organischen Suchergebnisse auf den den sogenannten SERPs (Search Engine Result Pages) erzielt wird, ist kostenlos. Vielmehr hängt die Besucherzahl von den besetzten Rankings und von den Suchvolumen für das oder die jeweiligen Keywords ab. Langfristig gesehen ist die Suchmaschinenoptimierung daher ein sehr rentabler Kanal, weil der Kunde bereits da abgeholt wird, wo er seine Suche startet. Die Folge: Eine hohe Kaufbereitschaft trifft auf ein genau selektiertes Angebot. Aus diesem Grund gehört SEO in jedes Onlinemarketing-Portfolio eines aufstrebenden Onlineshops.

Damit auch ihr von SEO profitieren und eure gesetzten Ziele erreichen könnt, solltet ihr ein paar wesentliche Basics bei der Sortimentspflege beherzigen. Wenn ihr die nachfolgenden Tipps konsequent verfolgt, schafft ihr euch gute Voraussetzungen, um von den Suchmaschinen adäquat wahrgenommen zu werden. Dass diese Maßnahmen für sich genommen in aller Regel nicht ausreichen, um euch binnen weniger Tage auf die ersten Positionen zu katapultieren, sollte sich von selbst verstehen. Dennoch: Jeder einzelne Mosaikstein hat seinen festen Platz im Gesamtkunstwerk SEO und ist bedeutend für die Gesamtwahrnehmung und den Erfolg eurer Anstrengungen. In diesem Sinne: Viel Erfolg beim Optimieren!

Tipp Nr. 1: Einzigartiger und hochwertiger Content

Schreibt einmalige und originelle Texte, wo immer es geht. Denkt dabei nicht an die Suchmaschinen, sondern an die Menschen, die euer Produkt kaufen sollen. Bietet euren Besuchern interessante Zusatzinformationen, die sie bei der Konkurrenz nicht erhalten. Wenn eure Produktbeschreibungen zu sparsam ausfallen und keinen Unterschied zum Wettbewerb bieten: Warum sollte die Suchmaschine euch wählen?

Zeigt euren Besuchern, dass ihr eure Produkte liebt und auch versteht. Mangelhafte Inhalte sind ebenso kontraproduktiv wie fehlende Inhalte. Plant genügend Kapazitäten ein, um ansprechende und wirklich überzeugende Artikelbeschreibungen zu verfassen. Nur dann wird euer Sortiment reizvoll und auch euer Shop für die Suchmaschinen zunehmend relevant.

Schießt aber bitte nicht über das Ziel hinaus: Gerade am Anfang ist die Motivation sehr hoch und man möchte am liebsten direkt in den obersten Rankings für umkämpfte Suchbegriffe, wie bspw. “Handtuch kaufen” erscheinen. Aus diesem Grund verwendet man das Keyword oder die Keyword-Kombination sehr häufig in allen beschreibenden Texten, Überschriften, im Title-Tag und auch in der Meta-Description. Das macht die Inhalte nicht unbedingt lesbarer und die Keyword-Dichte könnte schnell ein kritisches Maß erreichen. Eine „Überoptimierung“ bringt euch keinen Vorteil.

Auch der sogenannte Duplicate Content (DC) steht einer guten Suchmaschinenpositionierung im Wege. DC steht für doppelte Inhalte und beschreibt einen Zustand, bei dem unter zwei verschiedenen URLs identischer Inhalt zu finden ist. Dies geschieht vor allen Dingen dann, wenn Hersteller-Artikelbeschreibungen im Shop eingepflegt werden, auf die die Konkurrenz ebenfalls zurückgreift. Kopiert deshalb niemals die gängigen und üblichen Texte und verwendet sie leichtfertig in eurem Shop. Eigene Beschreibungstexte sorgen nicht nur für bessere Rankings, sondern können auch wesentliche Alleinstellungsmerkmale eures Angebots aufzeigen.

Zusatztipp: Manchmal sind doppelte Inhalte unvermeidbar. Wenn ihr Artikel in verschiedenen Varianten anbietet und jede Variante eine eigene Seite hat, solltet ihr diese Seiten per Canonical Tag an die übergeordnete Seite verweisen. So erkennt die Suchmaschine, dass es sich bei dem Kindartikel um eine Kopie des Vaterartikels handelt und wertet die doppelten Texte nicht als Duplicate Content.

Tipp Nr. 2: Prägnante Metadaten

Viele Shopbetreiber unterschätzen die Bedeutung und Macht der Metadaten. In der Regel setzen sich die organischen Sucherergebnisse bei Google & Co. aber genau aus diesen Angaben zusammen, nämlich dem Meta-Title und der Meta-Description. Diesen Texten solltet ihr hohe Aufmerksamkeit widmen und darauf achten, dass sie Alleinstellungsmerkmale und wesentliche Produkteigenschaften aufzählen. Die Meta-Description sollte zudem eine konkrete Handlungsaufforderung enthalten, eine sogenannte CTA (Call To Action), die dafür sorgt, dass der potenzielle Kunde auf eure Anzeige klickt.

Die wichtigen Metadaten pflegt ihr in JTL-Wawi in den Artikeldetails. Mit der Google-Vorschau könnt ihr die Wirkung des entsprechenden Snippets prüfen.

Die Metadaten steuert ihr in JTL-Wawi auf der Artikel- bzw. Kategoriebene (Artikeldetails, Kategoriedetails). Dafür geht ihr im Artikel oder in der Kategorie auf den Tab Beschreibung und wählt im nächsten Schritt den Reiter Metadaten. Hier findet ihr die Eingabefelder für das Title-Tag, die Meta-Keywords und auch für die Meta-Description. Die Meta-Kewords könnt ihr vernachlässigen, sie werden schon seit vielen Jahren von den relevanten Suchmaschinen nicht mehr beachtet.

Praxistipp: Bei der Bearbeitung von vielen Artikeln eignet sich die Vorbereitung einer CSV-Datei mit den nötigen Daten. Im Anschluss lassen sich diese Metadaten bequem mit JTL-Ameise in die Warenwirtschaft importieren. In unserem JTL-Guide könnt ihr euch mit den umfänglichen Möglichkeiten von JTL-Ameise vertraut machen.

Auch für die CMS-Seiten im Frontend eures JTL-Shops, wie z. B. der Startseite, könnt und solltet ihr hochwertige Metadaten hinterlegen. Dafür scrollt ihr auf der jeweiligen CMS-Seite bis an das Ende der Seite. Dort gibt es die beschriebenen Felder Meta-Title, Meta-Keywords und Meta-Description.

Auch für eure Content-Seiten, wie zum Beispiel hier für die Startseite, könnt ihr im CMS / Backend eures JTL-Shops die nötigen Angaben machen.

Tipp Nr. 3: Ausgezeichnete Produktbilder

Es ist zwar sehr mühselig, aber kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein: Verzichtet auf die Verwendung der üblichen Herstellerbilder. Fertigt nach Möglichkeit eigene, hochwertige Produktbilder an. Die Suchmaschinen mögen auch hier die Einzigartigkeit der bereitgestellten Bildinformationen. Über die Google-Bilder-Suche steigert ihr zudem eure Chancen gefunden zu werden und neuen Besuchern in euren Shop zu verhelfen.

Häufig sieht man in Onlineshops, dass die Artikelbilder deutlich zu klein sind. So sollte das Artikelbild mindestens 300 Pixel auf der kürzesten Seite umfassen. Idealerweise sollten die Bilder für Detailbetrachtungen im Webshop in der Auflösung aber noch größer gewählt werden. Die Qualität und Aussagekraft der Produktbilder ist in vielen Fällen ein maßgeblicher Faktor für die Kaufentscheidung.

Achtet bei den Bilddateien jedoch auf moderate Dateigrößen, um die Ladezeiten und damit die Geschwindigkeit eures Shops nicht zu strapazieren. Entsprechende Bildanpassungen könnt ihr in JTL-Wawi unter Einstellungen -> Bilder konvertieren vornehmen. Aber auch andere kostenlose Tools, wie z. B. tinyjpg.com, wo ihr eure Bilder ohne Qualitätsverlust komprimieren könnt, sind nützliche Helfer.

Neben der Bild- und Dateigröße ist auch das Alt-Tag zur Beschreibung der Bilder entscheidend. Die Suchmaschinen können die Bilder einer Webseite noch nicht ausreichend erkennen und das Alt-Tag bietet uns die Möglichkeit, eine Beschreibung des Bildes zu hinterlegen.

Die Alt-Tags lassen sich in JTL-Wawi unter den Artikelattributen hinterlegen. Dafür öffnet man in den jeweiligen Artikeldetails den Reiter Attribute/Merkmale. Hier fügt man nun unter der Attributgruppe JTL-Shop das Attribut img_alt_1 hinzu. In die Attributbeschreibung fügt ihr nun den gewünschten Beschreibungstext ein. Dieser sollte kurz und prägnant sein und ein maßgebliches Keyword für den Artikel enthalten.

Über die Hinterlegung eines Attributwertes in JTL-Wawi könnt ihr das wichtige Alt-Tag für eure Produktbilder setzen. Auch hier kann euch JTL-Ameise hilfreiche Dienste erweisen.

Zusatztipp: Platziert auch in eurem Beschreibungstext zum Artikel das Keyword, das ihr für den Alt-Tag benutzt.

Fazit: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen!

Seriöse Suchmaschinenoptimierung ist kein Handwerk, das von heute auf morgen gewünschte Erfolge zeitigt. Viel Arbeit, Detailverliebtheit und auch Geduld sind notwendig, um von besseren Rankings zu profitieren.

Stellt eurem JTL-Shop die Texte und Besonderheiten zur Verfügung, die euch nachhaltig vom Wettbewerb unterscheiden und euren Kunden einen echten Mehrwert bieten. Nur dann werdet ihr langfristig auch über die organische Suche nenneswerten Traffic generieren.

Die ausgesprochenen Empfehlungen und Tipps können auf diesem Weg nur ein Anfang sein. Wenn ihr mehr erfahren wollt, unterstütze ich euch gerne und biete euch mit meiner Onlinemarketing-Agentur SaphirSolution.de entsprechende Beratungen und Leistungen an.

Aber nun wünsche ich euch zunächst einmal viel Erfolg bei den ersten Maßnahmen zur Optimierung eures JTL-Shops!