Online verkaufen (1) – Quick-Start Acadamy von JTL
Manuel Maelzner Manuel

Training Manager bei JTL

Quick-Start Academy: Online verkaufen – Die Grundlagen

Ihr seid stationäre Händler und musstet euer Ladenlokal schließen? Und nun seid ihr auf der Suche nach neuen Umsatzquellen? Dann verlegt eure Verkäufe doch ins Netz! Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Situation birgt der Onlinehandel entscheidende Vorteile: Shops und Marktplätze im Internet sind 24/7 geöffnet und erreichen eine breite Käuferschaft.

Wie ihr euch online ein weiteres Standbein aufbaut, welche rechtlichen Voraussetzungen ihr erfüllen müsst und welche Aufgaben und Herausforderungen euch beim Start in den Onlinehandel erwarten, haben wir euch am ersten Tag unserer Quick-Start Academy vorgestellt.

Hier findet ihr noch einmal die wichtigsten Inhalte der einzelnen Webinare kompakt zusammengefasst sowie Antworten auf eure Fragen, die ihr unseren Referenten gestellt habt.


Webinar:

Besonderheiten des Onlinehandels

Onlinehandel (auch E-Commerce) bezeichnet den Kauf und Verkauf von Produkten über das Internet. Im Vergleich zum stationären Handel ergeben sich durch diesen Vertriebsweg einige Besonderheiten und Vorteile:

Onlinehandel Stationärer Handel
24-Stunden-Öffnungszeiten Gesetzlich geregelte Öffnungszeiten
Kunden „aus aller Welt“ Stamm- und Laufkundschaft
Präsentation der Produkte nur anhand von Bildern und Beschreibungen Kunden können Waren sofort an- und ausprobieren
erhöhtes Retourenaufkommen (u.a. durch fehlenden haptischen Eindruck)   Retourenmanagement erforderlich üblicherweise kein besonderes Retourenmanagement erforderlich
Versand der Produkte über einen Dienstleister Lieferung nur in bestimmten Branchen oder in bestimmten Situationen
Flexibilität der Unternehmenspräsentation (z.B. Design des Onlineshops schnell änderbar) Veränderung der Shopatmosphäre nur über umfangreichere Maßnahmen

Voraussetzungen für einen funktionierenden Onlinehandel

Habt ihr an alles gedacht? Folgende Liste gibt euch einen Überblick, welche Vorraussetzungen ihr erfüllen müsst, um als Onlinehändler starten zu können:

  • Internetverbindung mit ausreichender Geschwindigkeit

  • Beantragung einer sinnvollen URL für euren Onlineshop (z.B. www.ihr-shop.de)

  • Funktionierende Hardware (u.a. PC, Telefon, Drucker)

  • Erreichbarkeit über Telefon und E-Mail, oft auch zu anderen Zeiten als im stationären Handel

  • Geeignete Softwarelösungen
  • Zusammenspiel mehrerer Dienstleister (Händler, Lieferant, Zulieferer), um reibungslose Prozesse zu gewährleisten
  • Stimmiges Lagerkonzept
  • Für den Einstieg geeignete Sortimentsbreite und -tiefe
  • Funktionierendes Retourenmanagement

  • Euer Onlineshop muss als virtuelles Schaufenster einladend gestaltet und regelmäßig gepflegt werden.
  • Auch eure Produktpräsentation auf anderen Verkaufsplattformen (z.B. Marktplätze oder Social Media) erfordert eine regelmäßige Pflege.

Besonderheiten des Onlinehandels im Videoformat

Ihr möchtet euch die Inhalte unseres Webinars “Besonderheiten des Onlinehandels” noch einmal in Ruhe anschauen? Hier findet ihr den Videomitschnitt:


Webinar:

Welche Online-Verkaufsmöglichkeiten gibt es und was muss ich rechtlich beachten?

Der Onlinehandel bietet euch die Möglichkeit, eure Waren über folgende Plattformen zu verkaufen:

  • Eigener Onlineshop

  • Marktplätze
    (z.B. Amazon, eBay, real.de, Rakuten, Etsy)

  • Kleinanzeigen-Portale

  • Preissuchmaschinen

  • Google Shopping

  • v.a. Produktpräsentation über Social Media

Wer über Online-Marktplätze verkauft, muss sich nach den Vorgaben und Regeln der jeweiligen Anbieter richten. Hier haben wir euch die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Verkauf auf Marktplätzen und dem Verkauf im stationären Handel sowie dem Verkauf im Onlineshop zusammengestellt:

Marktplätze Stationärer Handel Onlineshop
Mehr Reichweite, teilweise sogar international Lauf- und Stammkundschaft Internationale Verkäufe nur mit Vorbereitung (u.a. Übersetzungen notwendig)
Produktpräsentation meist genormt, daher über Preis oder Bewertungen abheben Individuelle Produktpräsentation möglich Individuelle Produktpräsentation möglich
Bereits für Ansicht auf mobilen Endgeräten (Responsivität) optimiert Responsivität muss selbst umgesetzt werden
Bereits für Auffindbarkeit in Suchmaschinen optimiert (SEO) SEO muss selbst umgesetzt werden
Suchmaschinen-Marketing (SEA) läuft über die Plattform SEA muss selbst umgesetzt werden
Marktplätze legen Vorgaben für Rückgaberecht fest Mehr Spielraum bei der Rückgabe Produktprüfung erfolgt durch Kunden erst später, daher Retoure immer einkalkulieren
Über Zahlung kann wegen des Online-Rückgaberechst erst später verfügt werden Zahlungen wandern direkt in die Kasse oder auf das Konto Über Zahlung kann wegen des Online-Rückgaberechts erst später verfügt werden
Zahlungssicherheit und Ausfallrisiko abgesichert Zahlungssicherheit muss selbst hergestellt werden   Zahlungssicherheit muss selbst hergestellt werden  
Grundgebühr Mieten und Nebenkosten für Ladengeschäft Hosting-Gebühren
Verkaufsgebühren Mieten und Nebenkosten für Ladengeschäft Gebühren für SEO/SEA/Zahlungsdienstleister

Online verkaufen – Was muss ich beachten?

  • Wählt die Zahlungsarten, die ihr euren Kunden anbietet, gründlich aus. Studien zeigen, dass die Absprungrate hier am höchsten ist. Ratsam ist es, euer Angebot von Zahlungsarten individuell auf eure Kundschaft und euer Sortiment abzustimmen.

  • Auch eure Versanddienstleister solltet ihr abhängig von eurer Käuferschaft und euren Produkten auswählen.

  • Für euren Onlineshop benötigt ihr verschiedene Rechtstexte (z.B. AGB, Widerrufsrecht, Datenschutzerklärung). Hierfür solltet ihr auf erfahrene Dienstleister zurückgreifen.

  • Das Thema Bildrechte birgt diverse Fallstricke. Auch hier empfiehlt sich die Beratung durch einen Experten, da sonst schnell Abmahnungen und Bußgelder drohen.

Händlerbund Logo

Gerade im rechtlichen Bereich lohnt es sich, Hilfe von Experten in Anspruch zu nehmen. Die folgenden Inhalte wurden euch daher von Yvonne Bachmann, Rechtsanwältin beim Händlerbund, präsentiert.

Rechtliche Anforderungen für Onlinehändler im Überblick

  • Weil Kunden die gekaufte Ware vorher nicht sehen können, gilt im Onlinehandel europaweit ein gesetzliches Widerrufsrecht.

  • Als Onlinehändler müsst ihr gesetzliche Informationspflichten beachten. Die AGB sind zwar keine Pflicht, aber „Best-Practice“, um beispielsweise auch Hinweise zu Gewährleistungen einzubeziehen.

  • Anders als im stationären Handel gibt es im Onlinehandel keine gesetzlichen Vorgaben für Öffnungszeiten oder Gewerberaummieten.

  • Ob Marktplatz oder eigener Onlineshop: Bei rechtlichen Verstößen haftet immer der Händler!

 Vermeintlich bequeme Lösungen wie der Verkauf über Amazon oder eBay halten eine Vielzahl rechtlicher Stolperfallen bereit, die vor allem für kleinere Händler zum Verhängnis werden können. Der richtige Rechtspartner hilft euch, diese erfolgreich zu umschiffen. 
Yvonne Bachmann, Händlerbund

Folgende Rechtstexte benötigt ihr für euren Onlineshop:

  • Impressum
  • AGB und Kundeninformation

  • Datenschutzerklärung
  • Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular

  • Zahlungs- und Versandhinweise

Rechtlicher Kurzüberblick: Artikelbeschreibung

Bei geringwertigen Gegenständen des täglichen Bedarfs ist eine katalogartige Kurzbeschreibung in aller Regel ausreichend. Aus Marketingsicht sind detailliertere Angaben empfehlenswert.

  • Besondere Kennzeichnungsvorgaben existieren für:
    Textilien, Haushaltsgeräte, Lebensmittel und Bio-Produkte, Spielzeug, Batterien, Kosmetik.

  • Tabak, Trägermedien, Alkohol dürfen nur an Volljährige abgegeben werden. Technische Vorkehrungen zur Altersprüfung müssen getroffen werden!

  • Besondere Kennzeichnungspflicht auch bei Gefahrgut: Gefahrenklasse oder Gefahrenkategorie müssen angegeben werden.

Rechtlicher Kurzüberblick: Bilder und Fotos

  • Bilder und Fotos sind fast immer urheberrechtlich geschützt. Übernehmt daher nicht ungefragt Herstellerfotos, sondern lasst euch schriftlich die erlaubte Verwendung bestätigen. Kritisch sind auch Google-Funde, Google-Maps-Ausschnitte etc.

  • Fotos müssen den Lieferumfang zeigen und den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. Ihr solltet daher die Verwendung von Bildern, die ähnliche Artikel zeigen, vermeiden. Also beispielsweise auf Dekoration verzichten oder den Sonnenschirm ohne Schirmständer zeigen, wenn er nicht Teil des Angebots ist.

Zu den Themen Preisangaben, Werben mit Garantien, Werben mit Newslettern, Widerruf, Verpackung und Retouren empfehlen wir euch den Videomitschnitt des Webinars:

Ihr benötigt eine rechtliche Beratung für eure ersten Schritte im Onlinehandel? Profitiert aktuell von den Sonderkonditionen, die euch der Händlerbund im Rahmen unserer Hilfsaktion für Einzelhändler anbietet.

FAQ

Ja. Die Pflicht zur Information, ob die Preise die Versandkosten enthalten oder nicht, gilt nicht nur für Printwerbung, sondern auch bei bloßer Werbung mit Preisen. Es ist jedoch an dieser Stelle noch kein Hinweis erforderlich, wie hoch diese tatsächlich sind.

In diesem Fall solltet ihr lieber auf Nummer sicher gehen und euch vom Lieferanten die weitergehende Nutzung schriftlich bestätigen lassen. Grund ist, dass mit dem Hochladen bei Amazon die Übertragung der Rechte an dem Bild verbunden sein kann.

Tatsächlich hat das Landgericht Köln entschieden (Beschluss vom 30.08.2016, Az.: 33 O 127/16), dass der neue niedrige Preis nicht mit dem im Ladengeschäft verlangten Preis verglichen werden darf. Ihr dürft daher nur einen online verlangten Preis ins Verhältnis setzen.


Webinar:

Wie erleichtert JTL das Verkaufen im Internet?

Die Softwarelösungen von JTL organisieren euren Onlinehandel in allen relevanten Geschäftsfeldern: Einkauf, Artikel- und Angebotspflege, Verkauf und Multi-Channel-Vertrieb, Bestellabwicklung und Zahlungen sowie Lager- und Versandorganisation.

Im Mittelpunkt unseres Produktkosmos steht unser Warenwirtschaftssystem JTL-Wawi. Über diese zentrale Software steuert ihr alle weiteren Produkte wie unser Onlineshopsystem JTL-Shop oder unsere Marktplatzanbindung JTL-eazyAuction übersichtlich und effizient.

Was ist eine Warenwirtschaft?

Mit einem Warenwirtschaftssystem managt ihr an zentraler Stelle eure gesamten Produkt-, Lieferanten- und Kundendaten. Und das für alle Vertriebskanäle, die ihr als Onlinehändler nutzt. So könnt ihr einfach und ressourcenschonend steuern, welche Produkte in welchem Onlineshop oder Marktplatz zu welchem Preis angeboten werden.

Wieso lohnt sich der Einsatz einer Warenwirtschaft?

  • Stammdaten, die ihr einmalig in JTL-Wawi pflegt, könnt ihr anschließend auf vielen unterschiedlichen Kanälen nutzen. Das spart euch Zeit und Nerven.

  • Dadurch dass ihr die Pflege eurer Daten nur an einer Stelle vornehmt, behaltet ihr gerade als Neulinge im Onlinehandel eine optimale Übersicht über alle laufenden Prozesse.

Ihr wollt noch einmal erfahren, wie euch weitere JTL-Produkte wie JTL-Shop, JTL-eazyAuction oder JTL-Packtisch+ effektiv unterstützen? Dann empfehlen wir euch unseren Videomitschnitt:

Ihr würdet euch gerne weiterführend zum Einstieg in den Onlinehandel informieren? Oder benötigt Schritt-für-Schritt Anleitungen für die Installation bestimmter JTL-Produkte? Auf folgenden Seiten findet ihr zahlreiche Informationen und weitere Hilfestellungen:

  • Schritt-für-Schritt Anleitungen in Textform:
    JTL-Guide

  • JTL-Nutzer stellen Fragen und bekommen Hilfe von JTL-Mitarbeitern und anderen Händlern:
    JTL-Forum

  • Schritt-für-Schritt Anleitungen im Videoformat:
    Youtube-Kanal

  • Detaillierte Grundlagen des E-Commerce für Einsteiger:
    Udemy-Kurs

  • E-Learning zu einzelnen Themenbereichen des Onlinehandels:
    JTL-Webinare


Ausblick

In unserem zweiten Webinartag der Quick-Start Academy widmen wir uns dem spannenden Thema „Onlineshop“. Erfahrt alles über die Chancen und Risiken dieses Verkaufskanals und lernt zentrale Begriffe kennen. Am Nachmittag führen wir euch dann durch die Erstinstallation von JTL-Shop und zeigen euch, welche Funktionen ihr am Anfang unbedingt kennen solltet. Neugierig? Dann schaut doch gleich mal in unserem Blogbeitrag zu Tag 2 vorbei.

Die weiteren Webinartage unserer Quick-Start Aademy: